Landschaft und Architektur fotografieren

Unberührte Natur, tosende Wellen, Landschaftsparks oder kleine Stillleben in freier Natur, das romantische Bauernhaus hinter dem Kornfeld …

das alles verstehen wir unter Landschafts- und Architekturfotografie.

In keinem Gebiet der Fotografie ist es so schwer, zu einer Übereinkunft zu kommen, was ein gefälliges Landschaftsfoto ausmacht. Bildaufbau, Perspektive und Ausschnitt sind frei von allen Regeln. Selbst die typischen Regeln der Kunstakademien sind außer Kraft gesetzt: Goldener Schnitt, stürzende Linien und bildführende Linien … alles ist erlaubt und nichts führt mit Sicherheit zu einem guten Foto.

Landschaftsfotografie Niederrhein

Ohne Zweifel binden Bilder mit ausgefallenen Lichtstimmungen das Interesse der Betrachter. Früher Morgen, später Nachmittag, Nebel, Sturm, dramatische Wolken, brillante Farben, die Beschränkung auf wenige Farben, Kontraste: Landschaftsfotos sprechen uns an, wenn sie aus dem Rahmen fallen.

DSC00762-nebel

Landschaftsfotografie: Licht und Stimmung und Kontrast

Die technischen Randbedingungen sind schon schärfer: Eine hohe Bildschärfe, guter Kontrast und brillante Farben sind eine Grundlage für die Landschaftsfotografie.

Die kleinen Brennweiten, die in der Landschaftsfotografie bevorzugt eingesetzt werden, bringen ein breites Spektrum zwischen Hell und Dunkel ins Bild: Von den höllisch schwarzen Schatten unter den Bäumen bis hin zum einem strahlenden Himmel oder persilweißen Motiven.

Wir sehen den Kontrastumfang der Szene vor unseren Augen stufenlos, während die Kamera nur abgestufte Helligkeiten erfassen kann. Wenn die Stufen für die Szene nicht reichen, muss die Kamera mehrere Helligkeitsstufen in eine Stufe »komprimieren«. Dann zeigt das Foto weniger Detailzeichnung.

Für die Landschaftsfotografie ist ein großer Dynamikumfang – das breite Spektrum zwischen dunkelsten Schwarz bis hin zum Weiß – gefragt. Während unsere Augen einen sehr hohen Kontrastumfang bewältigen, können Kameras den vollen Kontrastumfang nicht erfassen.

Wenn der Sensor der Kamera den Dynamikbereich der Szene nicht erfassen kann, entstehen dunkle Bereiche ohne Farbe und Detailzeichnung und weiße Löcher. Der Klassiker ist die Gegenlichtaufnahme.

Bei Gegenlicht den Dynamikumfang der Kamera überschritten

Belichtungskorrekturen und Blendenreihen

Hier kann eine Blendenreihe helfen. Aus einer Blendenreihe mit drei oder mehr Aufnahmen kann sich der Fotograf im Nachhinein die Aufnahme aussuchen, die seiner Intension am nächsten kommt.

Wenn eine Belichtungskorrektur das Foto um einen Blendenschritt aufhellt, kommt zwar mehr Leben in die dunklen Bildbereiche, die Belichtungskorrektur schwächt aber auf der anderen Seite die Lichterzeichnung.
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Immer mehr Kameras bieten heute eine Funktion für einen besonders hohen Dynamikumfang (High Dynamic Range): Bei Nikon heißt die Funktion D-Lighting, bei Sony HDR. Die Strategien der Kameras fallen dabei unterschiedlich aus.

  • Nikon: D-Lighting senkt den Kontrast bei Aufnahmen, die im Schatten zu schwarz sind und in den hellen Bildbereichen nahezu oder sogar ganz weiß sind.
  • Sony: Mit der HDR-Funktion nimmt die Sony drei Aufnahmen in schneller Folge auf und mischt die Aufnahmen.

Zeit, Muße und ein Stativ für perfekte Schärfe

Fast immer bevorzugen Fotografen eine kleine Brennweite, um die Tiefe und Weite der Landschaft zu betonen.

Besonders zur Landschaftsfotografie gehören Zeit und Muße. Ein gutes Stativ trägt wesentlich zur Schärfe bei – trotz der meist eher kurzen Belichtungszeiten in der Landschaftsfotografie. Die Hardliner nehmen dann noch die Spiegelvorauslösung und die Fernbedienung hinzu. Jedes Körnchen zählt im edlen Wettstreit um feine Schärfe.

Eine kleine Blende ist ein wichtiger Ausgangspunkt für eine schöne Schärfe – je kleiner die Blende, desto länger wird die Schärfentiefe. Die offene Blende bringt selten eine gute Schärfe; meist liegt die beste Schärfe, die ein Objektiv liefern kann, im mittleren Bereich. Die ganz kleinen Blenden – meist ab Blende F11 bis F16 – bringen dann wieder nur eine ungenügende Schärfe.

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Objektive für die Landschaftsfotografie

Landschaftsfotografen greifen fast immer zum Weitwinkelobjektiv. Schon das Kit-Objektiv 18-55 mm, das bei den meisten Kameras im Bunde angeboten wird, hat fast immer eine gute Schärfe zu bieten.

Die Brennweite steuert die Raumtiefe und den Bildcharakter: Kurze Brennweiten bringen selbst in ruhige Landschaften Dynamik, lange Brennweite erzeugen den Eindruck von Ruhe und Harmony.

Viele Digitalkameras bringe eine Funktion für Panoramafotos in der Kamerasoftware mit. Die andere Lösung sind spezielle Panoramaprogramme, die einzelne Fotos zu einem Panorama zusammen setzen.

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