Online-Bilddatenbanken für Arbeitsgruppen und Teams

Die Organisation von Bildern und Video über eine Online-Bilddatenbank ist für Teams, Vereine und Unternehmen mit verteilten Arbeitsplätzen eine bestechende Idee. Auf der einen Seite muss keine Software auf dem lokalen Rechner installiert werden, sondern ein Browser reicht als Benutzeroberfläche, auf der anderen Seite kann die Bilddatenbank von unterschiedlichen Arbeitsplätzen aus gepflegt werden.

ÖÖÖ

Zwischen den Einzelplatzlösungen für Bildarchive wie Lightroom, Aperture, ACDSee oder ThumbsPlus und den kommerziellen Bilddatenbanken herrscht eine große Lücke. Für kleine Gruppen wie Unternehmen, Universitäten und Institute gibt es keine adäquate Anwendungen, mit denen eine Handvoll Redakteure oder Mitarbeiter Bilder in ein Foto- oder Bildarchiv einpflegt und eine große Zahl von Benutzern einfach auf die Bilder zugreifen kann. Die Cloud könnte diese Lücke füllen (z.B. Flickr), denn Online-Bilddatenbanken gibt es seit vielen Jahren: mit dedizierten Benutzerrechten, der automatischen Erzeugung von Thumbnails und einer Schlagwortsuche.

Wikipedia hat eine Übersicht über Open Source-Software für den Desktop und für Online-Bilddatenbanken, die aber oberflächlich bleibt.

Online-Bilddatenbanken habe ich vor einigen Jahren schon einmal untersucht. Damals genügten weder die Open Source-Programme noch kommerzielle Ansätze den Anforderungen an eine effiziente Bilddatenbank. Keine Online-Bilddatenbank unterstützte XMP, so dass die Metadaten, die für die Bilddatenbank angelegt werden, nicht exportiert werden können. Das bindet die Bilddatenbank an die jeweilige Software und macht den Umstieg auf eine andere Anwendung schmerzhaft.

Alben in Bilddatenbanken – Artefakte der vor-digitalen Zeit

Darüber hinaus lehnte sich die Struktur sämtlicher Online-Bilddatenbanken an die Ordnerstruktur von Betriebssystemen und das archaische Prinzip der Diakästen an: Die Fotos werden in Alben geladen, jedes Bild kann nur in einem Album liegen. Immerzu muss sich der Betrachter durch die Albenbäume klicken … rauf und runter, nicht anders als in der Ordnerstruktur einer Festplatte.

Alben sind kein gutes Ordnungsschema für Bilder, denn schon unsere Großväter wussten, dass Kategorien schnell brechen: Bilder passen fast immer in mehr als eine Kategorie oder ein Album.

In einer Bilddatenbank sollten Alben oder physikalische Ordner nur angelegt werden, wenn es eindeutige Kriterien für die Medien in den Alben gibt, aber es gibt nur wenige eindeutige Kriterien für die Organisation von Fotos und Illustrationen.

Das Datum der Erstellung ist ein eindeutiges Kriterium für die Gruppierung von Medien aller Art, in einem Fotostudio kann der Kunde, der die Fotos bestellt hat, als eindeutiges Kriterium angesehen werden.

Personen im Bild bilden keine Grundlage – was ist, wenn zwei oder drei im Foto zu sehen sind?. Die klassischen Themen der Fotoalben von Reisen über Familie bis hin zu Landschaft und Architektur brechen spätestens bei der nächsten Aufnahmeserie. Diese Ordnungskriterien überlässt man den Katalogen und Sammlungen, die in der Bilddatenbank-Software angelegt werden.


Hobbyfotograf
PR und Marketing

  • Dez 2013
  • Jan 2014
  • Feb 2014
  • Mar 2014

Fotostudio
Grafikagentur

  • Mayham GmbH
  • Holzbau Wickede AG
  • Bierbaum und Schleider
  • Wiemann Luise Wesel

Für Fotostudios und Agenturen kann eine Gruppierung in Alben nach Kunde oder Projekt sinnvoll sein

In Marketing- und Kommunikationsabteilungen von Unternehmen ist eine Ordnung anhand des Aufnahmedatums oder des Datums der Anlieferung der Medien meist die bessere Wahl.


Die starre Organisation in Alben ist den meisten Online-Bilddatenbanken bis heute erhalten geblieben. Zu fest steckt in allen Entwicklern immer noch die alte Ordnerstruktur der Betriebssysteme und die Diakästen oder Fotoalben der analogen Fotografie. Dabei bietet Unix, das Betriebssystem, das den meisten Webservern zugrunde liegt, seit Jahrzehnten symbolische Links, über die sich Alben in Bilddatenbanken besser organisieren könnten. Dann hätten wir genau diese »virtuelle Alben«, in denen ein Bild mehreren Alben zugeordnet werden kann – so wie wir es aus modernen Bilddatenbanken kennen.

Benutzer wollen keine Alben durchsuchen – Alben machen nur Sinn für die Administratoren der Bilddatenbank. Wer nach Bildern sucht, will seine Suchbegriffe eingeben und erwartet eine Auswahl von Treffern – so ist die Bildersuche bei Google realisiert. Die Suchmaschinen vor Google (z.B. Lycos und Yahoo) hingegen organisierten ihre Treffer nach Kategorien (auch das sind nichts anderes als »Alben«), die am Ende immer kontraproduktiver wurden.

Schlagwörter oder Tags

Synonyme und Thesaurus (Wortschatz, Vokabular) fehlten in allen Online-Bilddatenbanken. Synonyme oder Thesauren sind ein wesentlicher Faktor für ein frustfreies Bildarchiv. Wir legen heute ein Foto von einer Kirche mit dem Schlüsselwort »Architektur« in das Archiv, aber wer sagt, dass Benutzer ausgerechnet mit unserem Begriff suchen? Der Benutzer sucht Gebäude, Haus oder Häuser, Bau oder Bauten. Kaum eine Online-Galerie unterstützt das Anlegen von Synonymen oder einen Thesaurus.

Wir legen die Fotos mit dem Schlüsselwort »Architektur« an, aber der Benutzer sucht mit anderen Begriffen.

Mit einer Unterstützung von Synonymen würden die alternativen Begriffe dem sichtbaren Schlüsselwort »Architektur« zugeordnet:

Architektur = 
Haus, Häuser,  Gebäude, Bau, Bauten, 
Kirche, Kirchen, house, houses, building, 
buildings, church, churches

Der Redakteur oder Administrator der Bilddatenbank würde die Kirche mit dem Schlüsselwort »Architektur« versehen. Der Benutzer oder Suchende wird aber auch mit einem der alternativen Begriffe einen Treffer landen.

Metadaten: Schlüsselwörter

Professionelle Bilddatenbanken brauchen Schlüsselwörter mit Synonymen. Optimal wäre darüber hinaus eine hierarchische Schlüsselwort-Vergabe. Synonyme für Schlüsselwörter halten die Schlüsselwort-Liste kurz, erlauben aber dem Benutzer eine effiziente Suche.

Damit die Bilddatenbank nicht durch eine zu lange Liste von Schlüsselwörtern defragmentiert wird, werden diese Begriffe als Synonyme zum gewählten Schlüsselwort angelegt.

  • Architektur
    • Kirche
    • Schloss
    • Fachwerk
  • Fahrzeug
    • PKW
    • LKW
    • Bus
  • Nahaufnahmen
    • Pflanze
    • Insekt
    • Schmetterling
Hierarchische Schlüsselwörter detaillieren einen Begriff und halten gleichzeitig die Liste der Schlüsselwörter überschaubar.

Eine hierarchische Liste von Schlüsselwörtern vereinfacht die Vergabe von Schlüsselwörtern: So bleibt die Liste der Schlüsselwörter übersichtlich. Sobald die Liste der Schlüsselwörter oder Tags zu lang und unüberschaubar wird, dauert uns die Vergabe der Schlüsselwörter zu lang, wir haben keinen Überblick mehr und tendieren dazu, entweder gar keine Schlagwörter mehr zu vergeben oder ein neues Schlagwort zu wählen.

Mit hierarchischen Schlüsselwörtern kann der Bildredakteur unter Zeitdruck eine Aufnahmeserie »mal eben« unter einen Oberbegriff wie »Architektur« verschlagworten. In einer ruhigen Minute können wir dann die Medien unter dem Schlüsselwort »Architektur« mit weiteren Schlüsselwörtern wie »Kirche« oder »Fachwerkwerkhaus« feiner detaillieren.

Online-Bilddatenbank Gallery3

Galleryproject gibt es seit vielen Jahren. Gallery3 – also Version 3 von Galleryproject – bietet eine Benutzerstruktur von Gruppen und unterschiedlichen Benutzerrechten für unterschiedliche Gruppen schon in der Kerninstallation.

Gallery 3 Installation

Online-Bilddatenbank Gallery 3 Module
Das Projekt hat eine ausgesprochen lange Liste von Erweiterungen durch Module. Die Liste ist nicht so lang wie die Liste der WordPress-Plugins, aber enthält immerhin über 200 Plugins.

Die mitgelieferten Kernmodule erlauben bereits eine typische webgestützte Bilddatenbank für JPEG, GIF- und PNG-Bilder. Durch Module wie TIFFUPLOAD, RAW und EPSUPLOAD unterstützt Gallery3 TIF, RAW und EPS. Ebenfalls als Modul kann Gallery3 dann XMP-Metadaten schreiben (den XMP-Sitecar).

TIF, EPS, RAW und Video

JPEG, PNG und GIF sind die Bildformate des Internets, aber in vielen Bildarchiven liegen auch TIF-Bilder. EPS finden wir häufig noch dort, wo Freisteller und Grafik als EPS an die Druckerei geliefert werden. Fotografen wollen nicht unbedingt alle RAW-Fotos in JPEG umwandeln, bevor sie in die Bilddatenbank gehen.

Nach der Installation von ImageMagick erlaubt Gallery3 das Hochladen von EPS und TIFF-Bildern und kann die Thumbsnails für diese Bildformate erstellen.

Für diese Formate gibt es Module, die einen Upload in die Bilddatenbank ermöglichen und auch Thumbnails erstellen können. Dafür muss eine Grafik-Erweiterung auf dem Webserver installiert werden: entweder ImageMagick oder GraphicsMagick.

Um Videos in Gallery 3 aufzunehmen, muss ffmpeg auf dem Server installiert werden, für RAW-Fotos braucht Gallery 3 DCRAW.

Mit dem normalen Webspace eines Internet-Auftritts sind diese Erweiterungen nur selten verfügbar, so dass fast immer ein eigener Server oder wenigstens ein Virtueller Server für die Bilddatenbank erforderlich ist.

Bulk Upload

Ein Upload per Browser ist bei TIF, RAW und bei Videos aufgrund der Dateigröße zäh. Das Modul Bulkupload lädt Bilder aus einem Verzeichnis in die entsprechenden Alben, so dass die Medien per FTP auf den Server geladen werden werden. Für die Alben, in die Medien per Bulk Upload geladen werden, muss ein Pfad angegeben werden.

Duplikate – doppelte Bilder suchen

Wenn Bilder über das Dateisystem und Ordner organisiert werden, entstehen immer wieder Duplikate. Das Gallery 3-Modul »dupcheck« sucht doppelte Bilder in der Bilddatenbank anhand von MD5. MD5 ist eine »Hashfunktion«, die eine Zeichenkette erzeugt. Nur gleiche Inhalte erzeugen dieselbe Zeichenkette. Liegt also dieselbe Zeichenkette für verschiedene Dateien vor, kann man davon ausgehen, dass hier doppelte Dateien vorliegen.

MD5 kann nicht mit absoluter Sicherheit feststellen, welche Dateien Duplikate sind und wird vielleicht auch nicht alle Duplikate finden.

Aufgerufen wird dupcheck über Admin / Content / Gallery Photo Duplikates. Bevor Duplikate aufgefunden werden, muss das Modul neue MD5-Zeichenketten für die Bilder erzeugen: Extrakt missing MD5-Sums.

dupcheck

Resumé

Gallery3 ist ein gutes und gepflegtes Projekt unter den Online-Bilddatenbanken. Aber auch Gallery3 leidet unter einem Stillstand in der Entwicklung: Bilddatenbanken brauchen virtuelle Alben oder Sammlungen / Kataloge. Ohne eine Unterstützung von Synonymen gibt es keine systematische Verschlagwortung, um die Ansprüche der Benutzer bei der Suche zu erfüllen.

Die Benutzeroberfläche von Gallery 3 ist aus der Mitte des letzten Jahrzehnts. Wir erwarten komfortable Arbeitsabläufe mit Drag && Drop und keine starren Verzeichnisstrukturen. Wer in einem Bildarchiv nach Fotos und Grafiken sucht, erwartet nach der Eingabe seiner Suchbegriffe eine Antwort wie bei der Google-Bildersuche oder wie bei Pinterest: Scrollen und weitere Bildanzeigen.

Nun hat ein Open Source-Projekt sicher recht, wenn die Entwickler drauf verweisen, dass derartige Funktionen von Benutzern in Form von Modulen geliefert werden können. Aber wenn die Grundfunktionen schon derart spartanisch ausfallen, finden sich selten Entwickler, die ein Projekt mit modernen Erweiterungen vorantreiben.

Online Bilddatenbank mit Front-End

Dennoch ist Gallery3 eine gute Basis für eine Online-Bilddatenbank – sicher eine der besten unter den Bilddatenbanken der Open Source-Szene. Für einen effizienten Arbeitsablauf oder Workflow empfiehlt sich allerdings ein Programm wie Lightroom, ACDSee oder Media Pro als Front-End, in dem hierarchische Schlagwörter, Thesauren und Synonyme benutzt werden können.

Alternativen: Phaseanet, Manja Digital Asset Management

Koken Content Management and Web Site Publishing for Photographers ist heute die modernste unter den Online-Bildarchiven. Mit einer Plugin-Schnittstelle zu Lightroom wird Koken mit den Medien-Dateien vom Server oder vom Desktop-Rechner synchronisiert.

Eine Open Source-Software aus Frankreich? Die Franzosen sind ausgezeichnete Programmierer. Phaseanet ist ein Open-Source-Projekt der französischen Firma ALCHEMY. Schon der erste Eindruck zeigt ein relativ modernes Design.

Ähnlich aufgebaut: Manja Digital Asset Management

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Dez 2016

XMP-Dateien – Sidecar für Mediendateien

Schlüsselwörter und Anmerkungen können in einer speziellen Datei – der XMP-Datei – gespeichert werden

Ivent Fotokurse
Entdecken, was hinter dem Spiegel liegt …

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