JPG – Fotos für Fotobücher, Internet und Fotoalbum

Eigentlich ist das Komprimieren von Fotos mit JPG ein ganz schön alter Hut. Aber wir setzen immer größere Fotos auf unsere Webseiten und wünschen uns, dass die Seiten trotzdem schnell laden. Dafür holen wir ein altes Verfahren aus der Schublade, dass dem Besucher das schnelle Laden vorgaukelt: progressives JPG.

Fotos speichern als JPG

Der Umgang mit JPG-Bildern erscheint zunächst einfach:

Je höher die Komprimierung beim Speichern als JPG, desto kleiner wird die komprimierte Datei.

JPG speichern

JPEG-Fotos für das Internet und für Email speichern

Wir wollen Fotos groß und in höchster Qualität für das Internet speichern. Die Ansprüche an das Bildmaterial wachsen, aber wir tolerieren keine lange Ladezeiten.

JPG speichern
Eine Komprimierung auf die Stufen 7 bis 9 bzw. 60 bis 75% hinterlässt kaum sichtbare Spuren

Fotos für das Internet müssen komprimiert werden, um lange Ladezeiten zu vermeiden. Bei einer starken Komprimierung entstehen im Bild »JPG-Artefakte«. JPEG ist ein verlustbehaftetes Dateiformat: Bei jedem Speichern des Bildes geht eine kleine Menge Details verloren.

JPG Artefakte : Störungen
Als JPG-Artefakte bezeichnet man die Kästchen- oder Blockbildung bei starker Komprimierung, die zu schmutzigen Farben und zu einem deutlichen Verlust an Schärfe führt.
Was wir hier sehen, ist eine 300%-Ansicht und das rechte Bild ist auf Stufe 3 komprimiert.

Trotz aller Befürchtungen kommt es beim Speichern mit mittlerer bis hoher Qualität (50-75%) kaum zu sichtbaren Qualitätsverlusten. Problematisch ist allenfalls ein wiederholtes Speichern und Komprimieren des JPG-Bildes, denn dabei potenzieren sich die JPG-Artefakte.

Alle Bildbearbeitungsprogramme können beim Speichern eines Bildes für das Internet das Original mit dem komprimierten Bild vergleichen. Bei Fotos, die für das Internet als JPG gespeichert werden, empfiehlt sich die Funktion Für Web speichern in Photoshop. Die hier angebotenen Optionen sind speziell auf die Darstellung des Bildes im Internet gedacht.

Mehr oder weniger komprimieren?

Wir wollen Fotos heute im Internet groß zeigen, aber wenn wir große Bilder mit geringer Komprimierung speichern, werden unseren Besuchern die Ladezeiten schnell zu lang. Wie gehen wir mit unseren Qualitätsansprüchen und den Anforderungen nach kurzen Ladezeiten am besten um?

Ein gutes scharfes Foto ohne nennenswertes ISO-Rauschen verkraftet eine Komprimierung der Stufen 6-9 bzw. 50 bis 75 % ohne sichtbare Verluste

Vier Vergleichsfotos
In der Originalgröße sind kaum Qualitätseinbußen sichtbar. Erst das vierte Bild unten rechts zeigt die drastische Reduzierung auf Stufe 3.

Wenn das Bildmaterial allerdings nicht einwandfrei ist – ISO-Rauschen und Unschärfe zeigt – dann ist eine geringere Komprimierung angebracht.

Baseline oder Progressiv?

Beim Speichern von Fotos als JPG bieten die Bildbearbeitungsprogramme die Optionen Baseline (Voreinstellung) und Progressiv.

Progressiv haben wir in den Anfangsjahren des Internets benutzt, dann geriet das progressive Speichern von JPG aus dem Blickfeld. Ein progressiv gespeichertes Bild erscheint sehr schnell, aber unscharf auf dem Monitor und wird dann Schritt für Schritt schärfer.

Bei Baseline erscheint das Bild zeilenweise von oben nach unten, aber jede Zeile kommt schon in voller Schärfe an.
JPG Progressiv ist nahezu sofort in voller Größe sichtbar, aber unscharf und wird dann zunehmend schärfer.

Heute wird das progressive Speichern bei JPG wieder häufiger eingesetzt. Die Bildbearbeitungsprogramme speichern das progressive JPG effizienter als vor 10 Jahren, so dass große Bilder tatsächlich einen Tick kleiner werden.

Große Bilder auf der Webseite verzögern das Laden der Webseite, da ist jede Ersparnis willkommen, aber vor allem hat der Besucher das Gefühl, das Foto würde schneller geladen.

Farbmanagement für Bilder im Internet

Bis vor kurzem noch alt, dass Fotos aus dem Farbraum AdobeRGB für Internet und Email in sRGB-Bilder umgewandelt werden. Nicht alle Anwendungen - vor allem ältere Browser - konnten Fotos im AdobeRGB-Farbraum korrekt anzeigen. Dazu kommt, dass die meisten Monitore auf den sRGB-Farbraum abgestimmt sind und die mobilen Geräte sich nicht mit AdobeRGB abgeben.

Das stimmt heute so nicht mehr. Wer Wert auf die hoch gesättigten Farben des AdobeRGB-Farbraums legt, sollte das Bild auf jeden Fall mit Profil speichern. Dann wirken die Farben auch auf sRGB-Monitoren natürlich (wenn auch nicht so hoch gesättigt). Die modernen Browser werten das Profil des Bildes aus und können es auf einem Wide Gamut Monitor zuverlässig darstellen.

Auch sRGB-Bilder sollten mit Profil gespeichert werden.

Ob das Foto nun mit oder ohne Profil gespeichert wurde: Gegen die falsche, farblose, farbstichige Darstellung des Fotos auf einem verstellten Monitor wird das Profil auch nicht helfen.

EXIF und IPTC: Metadaten in JPEG-Bildern speichern

Wenn Bilder in Webseiten eingesetzt werden, geht es um jedes Kilobyte. Die EXIF-Daten (die Informationen über die Kamera und die Aufnahmedaten wie Blende, Belichtungszeit und ISO-Einstellung) nehmen ebenfalls Speicherplatz ein. Sie müssen auch nicht in das Foto für das Internet aufgenommen werden.

In den IPTC-Metadaten kann der Fotograf sein Copyright und Kontaktinformationen eintragen. Gegen das ungefragte Kopieren von Fotos helfen diese Informationen natürlich nicht - wer Fotos von anderen Webseiten kopiert, um sie z.B. in Facebook oder dem eigenen Blog zu zeigen, macht das zumeist, ohne sich Gedanken zum Copyright von Fotos zu machen.

Schaden können diese Angaben aber auch nicht: Wir haben hier auf ivent.de immer wieder Anfragen, ob wir ein Foto für die Benutzung auf der einen oder anderen Webseite freigeben.

Ein altes Bildformat, aber immer noch aktuell

JPG bietet unter allen Dateiformaten den besten Kompromiss zwischen Dateigröße und Qualität und versteht sich auf das Farbmanagement. JPEG speichert die Exif-Daten der digitalen Kamera und IPTC-Metadaten für das Bildarchiv.

Bei Bildern mit mehr 8 Bit Farbtiefe hingegen verweigert JPEG und auch für Fotomontagen mit Ebenen müssen wir auf ein anderes Bildformat (meist TIF oder PSD) ausweichen.

Mit JPG steht uns kein transparenter Hintergrund für Freisteller zur Verfügung. Bei Bildern für den Druck können wir auf TIF ausweichen. Wer Bilder mit durchsichtigem Hintergrund – Transparenz – für das Internet braucht, muss auch GIF oder PNG ausweichen. Bei Fotos steigt die Dateigröße mit GIF und auch PNG sofort auf ein Vielfaches. Es gibt zwar das relativ junge Format WebP, aber WebP wird zurzeit nur von wenigen Browsern unterstützt. 

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