JPG – Fotos für Fotobücher, Internet und Druck

Digitale Kameras speichern Fotos als RAW oder JPEG (oder beides), aber davon ist nur JPEG zur Weitergabe der Fotos geeignet. JPEG oder kurz JPG ist das Bildformat, das die beste Bildqualität bei der kleinstmöglichen Dateigröße verspricht und von allen Anwendungen getragen wird: von allen Browsern, vom Drucker, Bildbearbeitungsprogrammen, Präsentationsprogramm und der Textverarbeitung.

Während RAW in speziellen RAW-Programmen verlustfrei bearbeitet werden kann, beeinträchtigt jedes erneute Speichern eines Fotos als JPEG die Qualität ein wenig. Der Umgang mit JPEG erfordert Umsicht.

Fotos speichern als JPG

Tipp 1: Niemals das Original-JPG aus der Kamera überschreiben

Wer seine Fotos als RAW speichert, konserviert sozusagen das Original und kann vom RAW-Bild immer wieder neue Bearbeitungen für den Druck, Word oder das Internet speichern. Wer auf JPG als alleiniges Format setzt, weil der Umgang mit RAW aufwändig ist und spezielle Programme erfordert, darf die Originale aus der Kamera nicht durch ein bearbeitetes Bild ersetzen, sondern sollte alle Bearbeitungen immer als Kopie speichern.

Um die Flut von Kopien unterschiedlicher Versionen in Schach zu halten, reicht schon eine kleine Erweiterung des Dateinamens – z.B. bei jedem Speichern einer Bearbeitung das Datum an den Dateinamen zu hängen, z.B.

von DSC09330.JPG zu DSC09330-2018-02-12.JPG

Dann kann die Bearbeitung im selben Verzeichnis gespeichert werden und Kopien lassen sich einfach auffinden.

Tipp 2: JPEG für den Druck speichern

Egal ob das JPEG für die Ausgabe auf dem eigenen Drucker oder für den Druck im Fotobuch gespeichert wird – hier ist eine hohe Qualität gefordert und die Dateigröße ist nicht so relevant wie bei Fotos für das Internet.

Beim Speichern für den Druck wird das Foto auf die passende Maße verkleinert und mit einer geringen Komprimierung gespeichert.

Beispiel: JPEG-Optionen in Adobe Photoshop
Beispiel JPEG speichern und komprimieren in Photoshop
JPEG Export in Darktable

Die meisten Bildbearbeitungsprogramme stellen eine Skala von 0 bis 100% oder 0 - 12 Qualität bereit.

Es macht keinen Sinn, das Bild mit einer Qualität von 100% oder 12 zu speichern – das bläst nur die Dateigröße auf. Zwischen 90 bis 100% entsteht kein sichtbarer Qualitätsverlust, aber die Dateigröße wächst auf rund 150%.


Die Feineinstellungen für die JPEG-Optionen – Grundline (auch Baseline), Grundlinie optimiert und Progressiv – spielen für den Druck keine Rolle.

Wenn das Foto als RAW mit einem Adobe RGB-Profil aufgenommen wurde, kann das Bild auch mit Adobe RGB für den Druck gespeichert werden, JPEG-Aufnahmen mit sRGB bleiben im sRGB.
Der Rendering Intent oder Vorsatz für den Druck von Fotos ist Perzeptiv oder Wahrnehmung.

Tipp 3: JPEG für Internet und Email speichern

Wir wollen Fotos groß und in höchster Qualität für das Internet speichern. Die Ansprüche an das Bildmaterial wachsen, aber Besucher tolerieren keine lange Ladezeiten.

Um lange Ladezeiten zu vermeiden, müssen Fotos für das Internet müssen stärker komprimiert werden als für den Druck. Bei einer starken Komprimierung entstehen JPG-Artefakte im Bild. Pixelgruppen mit sehr ähnlichen Farben verbinden sich zu einem einfarbigen Block. Bei einer 100%-Ansicht sind die Kästchen zwar nicht sichtbar, aber Schärfe und Farben lassen nach.

JPG für Webseite
Eine Komprimierung auf 60 bis 75% hinterlässt kaum sichtbare Spuren. Dateigröße: 69 KB
JPG komprimieren
Die Ausschnittsvergrößerung zeigt kaum Spuren der Komprimierung
Komprimierung zu hoch
Die Komprimierung auf 10% ist am Rande der Brauchbarkeit. Dateigröße: 22 KB
JPEG-Artefakte: Unscharf, schlechte Farben
Deutliche Artefakte – sichtbare Kästchen oder Blöcke in gleichen Farben, die zu schmutzigen Farben und zu einem sichtbaren Verlust an Schärfe führt.

Trotz aller Befürchtungen kommt es beim Speichern mit mittlerer bis hoher Qualität (50-75%) kaum zu sichtbaren Qualitätsverlusten. Problematisch ist allenfalls ein wiederholtes Speichern und Komprimieren des JPG-Bildes, denn dabei potenzieren sich die JPG-Artefakte.

Viele Bildbearbeitungsprogramme können beim Speichern eines Bildes für das Internet das Original mit dem komprimierten Bild vergleichen. Bei Fotos, die für das Internet als JPG gespeichert werden, empfiehlt sich die Funktion Für Web speichern in Photoshop. Die hier angebotenen Optionen sind speziell für die Darstellung von Bildern im Internet gedacht.


Ein gutes scharfes Foto ohne nennenswertes ISO-Rauschen verkraftet eine Komprimierung der Stufen 6-9 bzw. 50 bis 75 % ohne sichtbare Verluste

Wenn das Bildmaterial allerdings nicht einwandfrei ist – ISO-Rauschen und Unschärfe zeigt – dann ist eine geringere Komprimierung angebracht.

Generell gilt: Je größer das Foto auf dem Monitor dargestellt wird, desto höher darf die Komprimierung ausfallen.

Dateinamen für das Intenet

Für das Internet bekommen Bilder einen sprechenden Namen – statt IMG37804.jpg lieber weseler-werft.jpg oder weseler-werft-IMG37804.jpg.

Für die Suchmaschinen ist der Dateiname ein Hinweis auf den Inhalt und sie nehmen das Bild in die Bildersuche auf. Und wir vergessen schon nach wenigen Tagen, was sich hinter IMG37804 verbirgt.


Wenn Bilder auf der Webseite nicht angezeigt werden:

  • Dateinamen immer ohne Leerzeichen und Umlaute! Auch wenn die Bilder beim Test auf dem eigenen Rechner angezeigt werden, verkraften nicht alle Webserver Dateinamen mit Umlauten und Leerzeichen.
  • Die meisten Webserver sind empfindlich bei Groß- und Kleinschreibung. Das Foto Weseler-Werft-img37804.jpg wird nicht gefunden, wenn es als weseler-werft-IMG37804.jpg gespeichert wurde.
  • Wenn Bilder auf der Webseite scheinbar nicht gefunden werden, kann es auch an einem falschen Farbraum liegen: Nur wenige Browser können Bilder im CMYK-Modus anzeigen.

Druckauflösung vs. Auflösung

Die Druckauflösung (dpi – Dots per Inch) spielt bei Bildern auf dem Monitor keine Rolle. Der Monitor zeigt Bilder 1:1 mit der Monitorauflösung. Das waren einst einfach 72 oder 100 ppi (Pixel per Inch). Für die Webseite wird die Größe des Bildes wird in Pixeln angegeben. Da stehen wir einerseits vor der Vielfalt der Monitore, andererseits ist die Pixelgröße ein wesentlicher Faktor für die Dateigröße.

Heute ist der Monitor die große Unbekannte: Kleine Monitore bei mobilen Geräten, die aber mit 300 ppi und mehr auflösen, große Desktop-Monitore mit 72 ppi. Am oberen Ende sitzen große Retina-Monitore. In vielen Fällen reicht eine Bilddatei für die Webseite nicht aus, sondern den Browsern werden zwei oder drei Pixel-Auflösungen angeboten. Aber responsive Bilder sind eine Geschichte für Webdesigner.

Dateigröße für Fotos auf Webseiten

Baseline oder Progressiv?

Beim Speichern von Fotos als JPG bieten die Bildbearbeitungsprogramme die Optionen Grundlinie oder Baseline, Grundlinie optimiert und Progressiv.

Progressiv haben wir in den Anfangsjahren des Internets benutzt, dann geriet das progressive Speichern von JPG aus dem Blickfeld. Ein progressiv gespeichertes Bild erscheint sehr schnell, aber unscharf auf dem Monitor und wird dann Schritt für Schritt schärfer.

JPEG Baseline

Bei JPG Baseline erscheint das Bild zeilenweise von oben nach unten, aber jede Zeile kommt schon in voller Schärfe an.

JPG Progressiv

JPG Progressiv ist nahezu sofort in voller Größe sichtbar, aber unscharf und wird dann zunehmend schärfer.

Heute wird das progressive Speichern bei JPG wieder häufiger eingesetzt. Die Bildbearbeitungsprogramme speichern das progressive JPG effizienter als vor 10 Jahren, so dass große Bilder tatsächlich einen Tick kleiner werden.

Große Bilder auf der Webseite verzögern das Laden der Webseite. Da ist jede Ersparnis willkommen, aber vor allem hat der Besucher das Gefühl, das Foto würde schneller geladen und muss nicht vor einem weißen Viereck warten.

Und wenn das Bildbearbeitungsprogramm keine Optionen für das JPEG-Format bietet?

Das ist kein Beinbruch. Dann bleibt es bei Baseline oder Grundlinie. Der Faktor beim Zuwachs der Dateigröße beträgt nicht einmal 1%.

Farbmanagement für Bilder im Internet

Lange Zeit galt, dass Fotos aus dem Farbraum AdobeRGB für Internet und Email in sRGB-Bilder umgewandelt werden. Nicht alle Anwendungen - vor allem ältere Browser - konnten Fotos im AdobeRGB-Farbraum korrekt anzeigen. Dazu kommt, dass 99% aller Monitore auf den sRGB-Farbraum abgestimmt sind und die mobilen Geräte sich gar nicht erst mit AdobeRGB abgeben.

Das stimmt heute so nicht mehr. Wer Wert auf die hoch gesättigten Farben des AdobeRGB-Farbraums legt, sollte das Bild auf jeden Fall mit Profil speichern. Dann wirken die Farben auch auf sRGB-Monitoren natürlich (wenn auch nicht so hoch gesättigt). Die modernen Browser werten das Profil des Bildes aus und können es auf einem Wide Gamut Monitor zuverlässig darstellen.


Auch sRGB-Bilder sollten mit Profil gespeichert werden.

Ob das Foto nun mit oder ohne Profil gespeichert wurde: Gegen die falsche, farblose, farbstichige Darstellung des Fotos auf einem verstellten Monitor wird das Profil auch nicht helfen.

EXIF und IPTC: Metadaten in JPEG-Bildern speichern

Wenn Bilder in Webseiten eingesetzt werden, geht es um jedes Kilobyte. Die EXIF-Daten (die Informationen über die Kamera und die Aufnahmedaten wie Blende, Belichtungszeit und ISO-Einstellung) nehmen ebenfalls Speicherplatz ein. Sie müssen auch nicht in das Foto für das Internet aufgenommen werden.

In den IPTC-Metadaten kann der Fotograf sein Copyright und Kontaktinformationen eintragen. Gegen das ungefragte Kopieren von Fotos helfen diese Informationen natürlich nicht - wer Fotos von anderen Webseiten kopiert, um sie z.B. in Facebook oder dem eigenen Blog zu zeigen, macht das zumeist, ohne sich Gedanken zum Copyright von Fotos zu machen. Das Copyright dennoch immer eingetragen: So kann ein Interessent mit dem Fotografen in Kontakt treten.


Schaden können diese Angaben aber auch nicht: Wir haben hier auf ivent.de immer wieder Anfragen, ob wir ein Foto für die Benutzung auf der einen oder anderen Webseite freigeben.

Tipp 4: JPEG für Powerpoint und Word

Beim Speichern von Fotos für Präsentationen gilt dasselbe wie beim Speichern für das Internet. In beiden Fällen bleibt das Bild auf dem Monitor.

Die Einstellung einer mittleren bis hohen Qualität von 60 bis 75% reicht. Bei Qualitätsstufen über 75% wächst die Dateigröße sprunghaft an, ohne einen Gegenwert zu zeigen.


Als Profil sollte auf jeden Fall sRGB mit dem Rendering Intent Perzeptiv oder Wahrnehmung sein.

Nur Grafiken – Logos und Tortengrafik – bekommt einen Rendering Intent Sättigung, damit die Farben strahlen. Grafiken sollten allerdings nicht als JPG, sondern im Dateiformat PNG gespeichert werden.


Auch für die Textverarbeitung reichen die Qualitätsstufen von 60 bis 75%. Im Unterschied zu Präsentationen werden Textdokumente allerdings eher gedruckt: Hier kommt die Druckauflösung ins Spiel.

Tipp 5: Speichern für die Bildbearbeitung

RAW-Programme – allen voran Programme wie Lightroom und Darktable – ändern das Original des Fotos nicht, sondern speichern die Bearbeitungsschritte. Kopien und Versionen kommen hier selten zu Tragen.

Wenn eine aufwändige Foto-Retusche oder -Montage zwischengespeichert werden muss, weil der Arbeitstag zu Ende ist, wird es als TIF gespeichert. TIF-Dateien werden sehr groß, und noch größer, wenn Ebenen und Filter hinzukommen, aber TIF ist ein verlustfreies Format. So kann die Bearbeitung ohne Verluste am nächsten Tag fortgeführt werden.

Ein altes Bildformat, aber immer noch aktuell

JPG bietet unter allen Dateiformaten den besten Kompromiss zwischen Dateigröße und Qualität und versteht sich auf das Farbmanagement. JPEG speichert die Exif-Daten der digitalen Kamera und IPTC-Metadaten für das Bildarchiv.

Bei Bildern mit mehr 8 Bit Farbtiefe hingegen verweigert JPEG und auch für Fotomontagen mit Ebenen müssen wir auf ein anderes Bildformat (meist TIF oder PSD) ausweichen.


Mit JPG steht uns kein transparenter Hintergrund für Freisteller zur Verfügung. Bei Bildern für den Druck können wir auf TIF ausweichen. Wer Bilder mit durchsichtigem Hintergrund – Transparenz – für das Internet braucht, muss auf PNG ausweichen (GIF ist ein älteres und weniger effektives Format).

Bei Fotos steigt die Dateigröße mit GIF und auch PNG sofort auf ein Vielfaches. Es gibt zwar das relativ junge Format WebP, aber WebP wird zurzeit nur von wenigen Programmen unterstützt.

Mehr zum Speichern von digitalen Bildern

Mar 2018

TIFF – Dateiformat für Bildarchive

TIF ist das universelle Dateiformt: mit ICC-Profil, Ebenen, unkomprimiert, wenig anfällig
Feb 2018

Raw-Fotos in Adobe Lightroom bearbeiten

Adobe Lightroom macht keinen Unterschied zwischen RAW und JPEG.
Jan 2018

Schwarzweiß fotografieren mit der Digitalkamera

Bei Landschaftsfotos kann die Schärfe nicht lang genug sein

Ivent Fotokurse
Entdecken, was hinter dem Spiegel liegt …

Durchgänge 3 JPEG-Optionen Bildoptionen Format-Optionen Qualität 11 Maximal Kleine Datei Große Datei Grundlinie (Standard) Grundlinie optimiert Progressiv Vorschau 10,0 MB OK Abbrechen Hintergrund Ohne ausgewählte exportieren Speicher-Optionen Format-Optionen globale Optionen Speicherziel Datei auf Festplatte bei Konflikten umbenennen Dateiformat JPEG (8 Bit) Qualität 90 max. Größe Vergrößern erlauben nein Profil Adobe RGB (kompatibel) Vorsatz Wahrnehmung Stil keine 0 0 /Users/emma/Desktop/$(FILE_Name)-$(YEAR) exportieren