Schöne Porträts fotografieren

Ein paar Tipps helfen schon, um schöne Porträts zu fotografieren, statt sich auf das Glück eines Schnappschusses zu verlassen. Der wichtigste Tipp lautet: Mach dein Motiv nicht zur Nebensache!

Und sofort noch ein Hinweis: Achte auf die Lichtrichtung!

Nah ran mit dem Zoom des Objektivs

Wenn das Bild nichts geworden ist, dann bist du nicht nah genug herangegangen - die Wirkung dieses alten Spruchs zeigt sich immer wieder gerade bei Porträts.

Aber das »nah genug herangehen« ist bei Porträts meist besser der Einsatz einer längeren Brennweite. Wir sagen dazu »Das Bild mit dem Motiv füllen«.

Porträt, zu klein im Bild

Zuviel vom völlig uninteressanten Hintergrund

Porträt-Fotografie: Bild füllen

Das Motiv größer ins Bild setzen, damit das Porträt nicht zur Nebensache vor einem uninteressanten Hintergrund wird.

Schon wirkt das Foto progessioneller: einfach einen Schritt näher ran oder zoomen

Wenn zuviel Umgebung und Hintergrund um den Porträtieren herum im Foto sind, wird der Portätierte schnell zu einer Nebensache. Gehen wir ein paar Schritte näher oder nutzen eine größere Brennweite, reduzieren wir nicht nur den ganzen Hintergrund, sondern obendrein wird  der Hintergrund auch stärker weichgezeichnet. Die Auflösung hinter dem Motiv hängt nicht nur von der eingestellten Blende ab, sondern vor allem auch von der Abbildungsgröße.


Je größer das Motiv im Foto abgebildet ist, desto besser gelingt die Weichzeichnung des Hintergrunds, vor allem beim Einsatz von größeren Brennweiten.

In unseren Online-Tutorials Fotografie und Bildbearbeitung finden Sie weitere Tipps zur Bildgestaltung bei Fotos: zB. Die Wirkung der Brennweite.

Fotografieren aus der Mitte des geplanten Bildes

Mit dem Blick durch den Sucher der Kamera fotografieren wir schnell von oben herab. Von oben herab fotografiert wirkt der Kopf in der Zentralperspektive ein wenig größer und ein »Kleinkindchen«-Eindruck entsteht.

Die alte Empfehlung »Aus Augenhöhe fotografieren« vergisst man besser. Kurze Brennweite setzen den Vorgrund obendrein überpropotional groß ins Bild.

Die alte Empfehlung »Aus Augenhöhe fotografieren« vergisst man besser. Kurze Brennweite setzen den Vorgrund obendrein überpropotional groß ins Bild.

»Fotografiert wird aus der Mitte des geplanten Bildes« ist ein besserer Standpunkt für Porträts. Eine längere Brennweite bringt natürliche Proportionen und einen weichen Hintergrund.

»Fotografiert wird aus der Mitte des geplanten Bildes« ist ein besserer Standpunkt für Porträts. Eine längere Brennweite bringt natürliche Proportionen und einen weichen Hintergrund.

Dieser Trend der 50er und 60er Jahre hält sich hartnäckig. Wenn wir uns allerdings die Modefotografie und die Filmplakate der Gegenwart an, stellen wir fest, dass die Zeit der kleinen Weibchen abgelaufen ist. Groß und aufrecht wirkt der Porträtierte (gilt also nicht nur für Frauen und Kinder … ), wenn aus der Mitte des geplanten Bilder oder aus einer noch etwas tieferen Position mit gerade gehaltener Kamera fotografiert wird.

Dabei entsteht keinesfalls automatisch das früher so gefürchtete Foto mit Doppelkinn – ein Grund dafür, warum in den 50er und 60er Jahren nicht aus einer tiefen Position fotografiert werden sollte.

Die richtige Brennweite für die Porträtfotografie

Das meistgekaufte Kit-Objektiv der Spiegelreflexkamera ist das 18-55 mm-Objektiv. Mit 18 mm kann das Objektiv einen ganzen Raum ins Bild setzen, aber für Porträts sollte besser die längste Brennweite benutzt werden. Bei kurzen Brennweiten wirkt der Vordergrund überproportional groß – harmonischer wirken Porträtfotos mit größeren Brennweiten. Das klassische Porträt-Objektiv war früher zwischen 70 bis 130 mm – an einer APS-C-Kamera sind das 55 bis rund 85 mm.

Vermeide kleine Brennweiten beim Porträt
Bei kleinen Brennweiten werden Motive im Vordergrund überproportional groß – achten Sie auf die Hand vor im linken Bild! Die längere Brennweite bringt zudem einen ruhigeren Hintergrund.

Gegenlicht macht die schönsten Porträts

Haben Sie auch schon so oft gehört, dass bei Gegenlicht keine guten Fotos entstehen? Im Gegenteil: Die schönsten Porträtfotos entstehen im Gegenlicht. Die Haare beginnen zu leuchten – nicht nur bei Blonden, die Konturen werden von einem Lichtstreifen gegen den Hintergrund abgesetzt.

Wenn das Motiv dabei gegen den Hintergrund zu dunkel wird, hilft ein kleiner Aufhellblitz – da reicht schon der Einbaublitz. Wenn ihnen der Einbaublitz zu hell und zu direkt erscheint, nutzen Sie die Blitzlichtkorrektur. Genauso wie bei einer Belichtungskorrektur kann der Blitz an System- und Spiegelreflexkameras um zwei bis drei Blenden gemildert werden.

Seitliches Licht bei Sonnenschein bringt unschöne Schatten ins Gesicht

Seitliches Licht bei Sonnenschein bringt unschöne Schatten ins Gesicht

Die schönesten Porträts entstehen bei Gegenlicht – aller Warnungen zum Trotz. Das Licht bringt die Haare zum Leuchten, das Gesicht wird gleichmäßig beleuchtet.

Die schönesten Porträts entstehen bei Gegenlicht – aller Warnungen zum Trotz. Das Licht bringt die Haare zum Leuchten, das Gesicht wird gleichmäßig beleuchtet.

Seitliches Licht hingegen wird schnell zur kleinen Katastrophe: Es wirft harte Schatten unter das Kinn, die Nase und die Augen.

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